Zirkuläres Bauen: für uns kein Trend, sondern Selbstverständnis
Zwei Begriffe prägen gerade die Diskussion in unserer Branche: Bauwende und zirkuläres Bauen. Die Bauwende beschreibt den notwendigen Wandel der Bauwirtschaft – weg vom Abriss und vom immer neuen Verbrauch von Ressourcen, hin zum Erhalt des Bestands und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem, was bereits gebaut ist. Zirkuläres Bauen ist ein zentraler Baustein dieser Wende: Materialien und Bauteile bleiben im Kreislauf. Was ausgebaut wird, wird nicht entsorgt, sondern weiterverwendet – im selben Projekt oder an anderer Stelle.
Für uns ist das keine neue Idee. Wir versuchen seit jeher, beim Rückbau vorhandene Materialien und Ressourcen wiederzuverwenden – auch projektübergreifend. Das erste Mal 2014, als ich mein erstes Büro im Innenhof an der Gladbacher Straße in Unterbilk bezogen habe. Damals haben wir eine alte Backstube zu einem Co-Working-Space umgebaut. Die bodentiefen Holzfenster, die wir dort eingesetzt haben, hatten wir zuvor im Keller auf der Baustelle des Restaurants Bob & Mary gefunden.Genau darum geht es: Auf vielen Baustellen gibt es Objekte, Materialien und Ressourcen, bei denen sich ein zweiter Blick lohnt – ob sie nicht jemand anderes an anderer Stelle gut gebrauchen kann. Zirkuläres Bauen ist für uns kein Trend, sondern ein Selbstverständnis.Umso mehr freuen wir uns, dass das Thema in der aktuellen Entwicklung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Orte wie der Bauwendehof in Düsseldorf oder Unternehmen wie Concular sind der Beweis, dass diese Haltung in der Branche angekommen ist – und dass wir auf dem richtigen Weg sind.Dabei darf man das Augenmaß nicht verlieren. Dinge an einem Ort auszubauen, um sie an einem anderen wieder einzubauen, muss immer gut begründet sein. Das Warum und die Sinnhaftigkeit unseres Handelns sind immer wieder zu hinterfragen.Es lohnt sich, mit offenen Augen und Neugier an Projekte heranzugehen. Und hin und wieder braucht es auch etwas Mut, besondere Ideen zu verfolgen.